OMI-Äquivalente und Spezialsyndrome DE_WINTER

De-Winter-Muster (OMI-Äquivalent)

Guillermo Nimubona Castrillo
Absolvent der Medizin · Berater für Künstliche Intelligenz
Redaktioneller Weg:

Technische Modelldokumentation. Keine Überprüfung durch einen Kardiologen.

Letzte technische Überprüfung:

Auch bekannt als: de-Winter-Muster (OMI-Äquivalent)

Was diese Seite dokumentiert

Diese Seite dokumentiert die bioelektrische Signalsynthese und die vaskuläre Topologie des De-Winter-EKG-Musters (DE_WINTER), das im Simulator als Äquivalent eines akuten Koronarverschlusses (OMI) geführt wird. Dargestellt werden die mathematischen Konstanten der J-Punkt-Senkung, die Morphologie der präkordialen T-Wellen und deren Zuordnung zur proximalen Arteria interventricularis anterior (RIVA/LAD). Dieser Text ist eine rein technische Modelldokumentation und darf nicht als klinische Entscheidungshilfe am Patienten dienen.

Modellparameter

Die EKG-Signal-Engine (src/ecg/wavegen.ts) und der Phänotyp-Katalog (src/coronaries/catalog.ts) bilden das De-Winter-Muster über folgende Werte ab:

Parameter Wert in der Engine Einheit Morphometrische Modellbeschreibung
compatibleSites LMCA, LAD_VERY_PROX, LAD_PROX, LAD_MID — Kompatible Gefäßareale: Hauptstamm (LMCA) sowie sehr proximales, proximales oder mittleres RIVA-Drittel.
defaultSeverity SUBTOTAL — Kritische subtotale Lumeneinengung mit unzureichendem Restfluss zur Perfusion der Vorderwand.
J-point depression (V2-V3) -0.24 bis -0.26 mV (2,4 bis 2,6 mm) J-Punkt-Senkung in anteroseptalen Ableitungen mit kontinuierlich aszendierender ST-Strecke.
J-point depression (V4-V6) -0.14 bis -0.22 mV (1,4 bis 2,2 mm) J-Punkt-Senkung in lateralen präkordialen Ableitungen (V4 bis V6).
effectiveTAmp (V1-V6) +1.15 mV (11,5 mm) Maximale positive Amplitude der hyperakuten, hohen, symmetrischen und spitzen T-Wellen präkordial.
tSigma 0.040 s Standardabweichung der Gauß-Glockenkurve zur Modellierung der spitzen T-Wellen-Morphologie.
maxStDev (aVR) +0.10 mV (1,0 mm) Konkordante ST-Strecken-Hebung in der unipolaren Ableitung aVR (0,5 bis 1,0 mm).
stUpslopeWindow 0.265 – 0.440 Tau-Phase Zeitfenster im Herzzyklus, in dem die ST-Strecke ohne Plateau direkt vom J-Punkt zum T-Gipfel ansteigt.

Herkunft der einzelnen Parameterwerte

Die implementierten bioelektrischen Kenngrößen stützen sich auf folgende Originalarbeiten:

  1. Erstbeschreibung des elektrokardiographischen Musters: Die Kombination aus 1–3 mm J-Punkt-Senkung mit aszendierender ST-Strecke in hohe, spitze T-Wellen und Hebung in aVR wurde von de Winter et al. (2008) publiziert.
  2. Klassifikation der transmuralen Ischämie vs. Subendokardschaden: Die Kriterien für Verletzungsströme und OMI-Äquivalente folgen Wagner et al. (2009).
  3. Morphologie und Dauer des ST-T-Komplexes: Amplituden und Zeitkonstanten der ventrikulären Repolarisation basieren auf Rautaharju et al. (2009).
  4. Segmentale RIVA-Zuordnung: Die betroffenen Segmente (1, 2, 7, 8, 13 und 14) entsprechen dem 17-Segment-Standard von Cerqueira et al. (2002).

Modellierungsmethode

Bei Auswahl von DE_WINTER modifiziert der Wellengenerator die Übertragungsfunktionen für ST-Strecke und T-Welle in allen Brustwandableitungen (V1 bis V6). Anstelle einer klassischen konvexen Hebung appliziert der Algorithmus eine negative Verschiebung des J-Punkts kalibriert auf -0,25 mV in V2 und V3.

Eine lineare Anstiegsfunktion führt das Potential ohne isoelektrisches Plateau in eine schmale Gauß-Funktion (tSigma = 0.040) mit hoher Amplitude (effectiveTAmp = 1.15 mV). Gleichzeitig erhält aVR einen positiven Strom (+0.10 mV), der die basale transmurale Subendokardischämie im linksventrikulären Ausflusstrakt widerspiegelt.

Was NICHT reproduziert wird

Die Software nutzt methodische Vereinfachungen für maximale Echtzeit-Rendering-Performance:

  • Spontane Weiterentwicklung zum klassischen STEMI: Klinisch kann das De-Winter-Muster rasch in eine transmurale ST-Hebung übergehen; der Simulator verharrt im gewählten stationären Parameterzustand.
  • Biomarkerkinetik: Hochsensitive Troponinkurven werden nicht berechnet.
  • Plaque-Histologie und intrakoronare Thrombusbildung: Das 3D-Netz zeigt den makroskopischen Stenosegrad, simuliert jedoch keine fibröse Kappenruptur oder distale Mikroembolisation (OCT/IVUS).
  • Hämodynamische Instabilität und Kammerflimmern: Primäres Kammerflimmern in der hyperakuten Phase wird nicht spontan ausgelöst.

Interaktive Varianten

Überprüfen Sie verschiedene Gefäßabschnitte und Phänotypen direkt im Simulator:

Verwandte Entitäten zum Vergleich im Simulator

Zum vertieften Verständnis weiterer OMI-Phänotypen im 3D-Simulator:

Verwandte klinische Vergleiche

Quellen und Literaturhinweise

  1. de Winter RJ, Verouden NJ, Wellens HJJ, Wilde AAM (2008). "A new ECG sign of proximal LAD occlusion". N Engl J Med.
  2. Wagner GS, Macfarlane P, Wellens H, et al. (2009). "Recommendations for the standardization and interpretation of the electrocardiogram: Part VI: Acute ischemia/infarction". Circulation.
  3. Rautaharju PM, Surawicz B, Gettes LS, et al. (2009). "Recommendations for the standardization and interpretation of the electrocardiogram: Part IV: The ST segment, T and U waves, and the QT interval". Circulation.
  4. Cerqueira MD, Weissman NJ, Dilsizian V, et al. (2002). "Standardized myocardial segmentation and nomenclature for tomographic imaging of the heart". Circulation.